Man kann es trinken, dann reicht es auch zum brauen, oder?
Hinweis vorweg: Diese Zusammenfassung richtet sich bewusst nicht an Chemiker oder Wasserexperten. Ich halte das Thema einfach und verständlich, sodass auch Einsteiger und Laien problemlos folgen können ohne den Anspruch zu haben das es nicht doch andere Methoden gibt, welche zu einem besseren Ergebnis führen – die beschriebene Methode zur Wasseraufbereitung ist diese, welche für mich kosteneffektiv und einfach handzuhaben ist.
Anmerkung: die mit einem * gekenzeichneten Links sind Affiliate Links. Solltest du dieses Prdukt erwerben, erhalte ich einen kleinen Bonus ohne das du dabei Mehrkosten hast!

Zusammenfassung: Warum Wasser beim Bierbrauen so entscheidend ist
Wenn wir übers Bierbrauen sprechen, denken die meisten zuerst an Malz, Hopfen oder Hefe. Dabei wird eine Zutat oft unterschätzt: Wasser – obwohl es den größten Anteil im Bier ausmacht. Genau hier liegt auch ein wichtiger Grund dafür, warum es so viele unterschiedliche Biersorten gibt.
In grauer Vorzeit gab es keine Möglichkeit, Wasser zu analysieren oder gezielt anzupassen. Brauer mussten mit dem arbeiten, was aus der Quelle oder dem Brunnen kam. Statt das Wasser an den gewünschten Bierstil anzupassen, wurde der Bierstil an das vorhandene Wasser angepasst. So entstanden regional typische Biere, weil das Wasser vor Ort eben weich, hart, mineralreich oder -arm war. Erst viel später kam man auf die Idee, Wasser gezielt zu verändern.
Heute wissen wir, dass bestimmte Wasserwerte großen Einfluss auf Geschmack, Mundgefühl und Brauverlauf haben. Besonders wichtig sind dabei:
- Gesamthärte (also wie „hart“ oder „weich“ das Wasser ist)
- Karbonathärte (relevant für den pH-Wert der Maische)
- Mineralien wie Calcium, Magnesium, Sulfat oder Chlorid
Keine Sorge: Man muss das nicht alles bis ins letzte Detail verstehen, aber ein grobes Bewusstsein hilft enorm.
Als Hobbybrauer hast du inzwischen mehrere Möglichkeiten, dein Wasser anzupassen:
- Umkehrosmose: Du startest mit nahezu mineralfreiem Wasser und baust es gezielt wieder auf.
- Wasserfilter: Entfernen z. B. Chlor oder reduzieren bestimmte Stoffe.
- Abkochen des Wassers: Senkt die Härte, danach kann man das Wasser wieder gezielt aufsalzen, um passende Werte zu erreichen.
Der erste Schritt ist aber immer gleich: Eine Grundanalyse deines Wassers. Die bekommst du meist kostenlos oder sehr günstig vom lokalen Wasseranbieter oder Wasserwerk. Diese Analysen sind ein super Einstieg, allerdings solltest du wissen, dass das Wasser nicht immer 1:1 so bei dir aus dem Hahn ankommt. Auf dem Weg vom Wasserwerk zu dir nach Hause können sich Werte leicht verändern – durch Rohrleitungen, Hausanschlüsse oder ältere Installationen.
Wenn du es genauer wissen willst, gibt es außerdem private Anbieter, die dein Wasser gegen Entgelt analysieren. Der Vorteil: Du bekommst die Werte direkt an der Verbrauchsstelle, also genau so, wie du später auch braust.
Unterm Strich gilt: Du musst kein Wissenschaftler sein, um dein Brauwasser zu verstehen. Schon ein grundlegendes Wissen hilft dir, konstanter zu brauen, Fehler zu vermeiden und Bierstile gezielter umzusetzen
Wasseranalyse zu Hause für Hobby-Brauer
Als Hobby-Brauer musst du dein Wasser nicht ins Labor schicken, um einen guten Überblick zu bekommen. Mit ein paar einfachen Hilfsmitteln kannst du direkt zu Hause wichtige Werte kontrollieren und dein Brauwasser besser einschätzen.
Am einfachsten, aber auch am teuersten wäre es das benötigte Wasser durch eine Umkehrosmoseanlage zu filtrieren. Da die Beschreibung des Wirkprinzipes diesen Blog bei weitem sprengen würde, empfehle ich den dazugehörigen Wikipedia-Artikel. Für uns ist wichtig das am Ende FAST destilliertes Wasser rauskommt, welches dann wieder aufbereitet bzw. aufgesalzen werden kann.
Der Gedankengang dann gleich destilliertes Wasser, welches in nahezu jedem Supermarkt bezogen werden kann zu verwenden liegt nahe. Dazu und zu der Umkehrosmoseanlage werde ich aber weiter unten detaillierter.

Der einfachste Einstieg sind pH-Teststreifen*. Sie sind günstig, leicht zu benutzen und geben dir schnell einen groben Eindruck vom pH-Wert deines Wassers oder deiner Maische. Die Genauigkeit ist begrenzt, für den Anfang oder als Plausibilitätscheck sind sie aber völlig ausreichend.

Wer es etwas genauer möchte, greift zu einem digitalen pH-Messgerät*. Diese Geräte sind teurer als Teststreifen, liefern dafür aber deutlich präzisere und reproduzierbare Ergebnisse. Gerade beim Maischen ist ein exakter pH-Wert hilfreich, um Enzyme optimal arbeiten zu lassen. Wichtig ist hier: Regelmäßige Kalibrierung und Pflege sind Pflicht, sonst leidet die Genauigkeit. Achte beim Kauf auf automatische Temperaturkalibrierung, oft mit dem Tag „ATC“ versehen. Das Gerät sollte die Möglichkeit aufweisen mittels Kalibrierlösung kalibriert werden zu können – alles andere wären dann nur „Schätzeisen“.
Ein weiteres nützliches Werkzeug sind Messgeräte zur Leitfähigkeitsmessung (TDS-Meter)*. Sie zeigen dir, wie viele gelöste Stoffe sich im Wasser befinden, und sind besonders praktisch, wenn du mit Umkehrosmosewasser oder Wasserfiltern arbeitest. Zwar sagen sie nichts über einzelne Mineralien aus, aber sie helfen dir zu beurteilen, wie „rein“ dein Wasser ist. Da ich dieses Gerät selbst verwende, folgt weiter unten etwas mehr mehr Information dazu.

Oben im Bild ein TDS-Gerät
TDS steht für „Total Dissolved Solids“. Also ein Gerät zur Bestimmung der Gesamtmenge an gelösten Feststoffen (Salze, Mineralien, Metalle) im Wasser. Wert wird in ppm – Parts Per Million angegeben
Unten im Bild ein pH-Messgerät
Unten im Bild ein pH Messgerät
Ein pH Meter, welches den Messbereich von 0 – 14 abdeckt, eine Temperaturkompensation hat (ATC – wichtig!) und selbst mittels Kalibrierflüssigkeiten kalibrierbar ist
Wasserfilter* selbst sind zwar keine Analysegeräte, spielen aber trotzdem eine Rolle bei der Bewertung deines Wassers. Sie können Chlor, Gerüche oder bestimmte Stoffe entfernen und so Geschmackseinflüsse reduzieren. In Kombination mit pH- oder Leitfähigkeitsmessungen bekommst du ein besseres Gefühl dafür, was der Filter tatsächlich verändert. Nachteil daran: Die handelsüblichen Wasser-/Teefilter sind nicht für die Wassermengen, welche wir beim Brauen benötigen ausgelegt. Es wird schnell sehr zeitaufwendig und vor allem teuer. Alternativen zeige ich weiter unten auf.
Unterm Strich gilt trotzdem: Auch mit überschaubarem Budget kannst du dein Brauwasser sinnvoll analysieren. Du brauchst kein High-End-Equipment – schon einfache Messmethoden helfen dir, konstanter zu brauen und dein Bier gezielt zu verbessern.
A long way…
Wie jeder Hobbybrauer bin ich früher oder später über das Thema „Wasser“ gestolpert. Mir war schon immer bewusst, dass das Kieler Wasser locker mit jedem Trink- oder Mineralwasser mithalten kann und absolut unbedenklich ist – aber eben auch sehr hart.
Darum habe ich mich auf die Suche nach einer kosteneffektiven UND einfach handhabbaren Methode gemacht, um mein Wasser aufzubereiten.
Am Anfang stand die Suche nach den aktuellen Wasserwerten. Die Stadt Kiel veröffentlicht diese regelmäßig online. Die aktuellste Analyse ist hier zu finden.
„Glücklicherweise“ hatte ich in der Mietwohnung, in der ich lebe, vor geraumer Zeit Probleme mit einem leichten Anstieg von Legionellen. Das Problem wurde zeitnah behoben und obendrauf gab es noch eine Wasserprobe mit sämtlichen Werten direkt aus meinem Hahn. Diese Werte habe ich mit denen der offiziellen Analyse abgeglichen bzw. ergänzt.
Wer nicht das zweifelhafte „Glück“ hat und dank Legionellenbefall einen kostenlosen Wassertest vom Vermieter zur Verfügung gestellt bekommt, kann sich Google zur Hilfe nehmen und nach „Trinkwassertest“ suchen. Hier findet man schnell eine ganze Menge Anbieter, die dein Wasser analysieren. Achte bitte drauf, dass bei der Analyse auch die von uns benötigten Werte ermittelt werden. Notfalls schreib den gewünschten Anbieter an und frag nach.
Nach kurzem Umrechnen der Einheiten und etwas „Schlau-machen“, was die einzelnen Werte überhaupt bedeuten, kamen folgende Trinkwasserwerte heraus:
| Kalzium Ca²+ 105 ppm | Magnesium Mg²+ 15,5 ppm | Natrium Na+ 60,1 ppm |
| Chlroid Cl– 118 ppm | Sulfat SO42- 2,3 ppm | Bicarbonat HCO3 337 ppm |
| pH 7,9 |
Beim Betrachten dieser Werte erschienen mir – auch ohne große Kenntnisse – vor allem Kalzium, Chlorid und Bicarbonat deutlich zu hoch. Das wurde für mich noch klarer, nachdem ich die Werte mit den Standardwerten für bestimmte Bierstile verglichen habe.
Während das Leitungswasser durchaus für dunklere Bierstile brauchbar ist, bekam ich beim Blick auf die Standardwerte für ein Pils regelrecht Magenkrummeln, ob das überhaupt vernünftig braubar ist.
Standartwerte für ein Pilsner:
| Kalzium Ca²+ 7 ppm | Magnesium Mg²+ 2 ppm | Natrium Na+ 2 ppm |
| Chlroid Cl– 6 ppm | Sulfat SO42- 8 ppm | Bicarbonat HCO3 16 ppm |
Ja, was mache ich also, wenn ich nicht nur Stouts, Dark Ales und Altbier brauen möchte?
An dieser Stelle sei angemerkt: Es geht durchaus – und es ist völlig okay –, mit dem Wasser zu brauen, das man zur Verfügung hat.
Ist es trinkbar, kann man damit brauen!
Aber: Es wird anders schmecken, unter Umständen sogar etwas komisch, und liefert nicht immer das gewünschte Ergebnis. Nicht umsonst wurde früher der Bierstil an das zur Verfügung stehende Wasser angepasst – nicht umgekehrt.
Möglichkeiten über Möglichkeiten
Für mich war klar: Es musste eine Möglichkeit her, das Wasser dem jeweiligen Bierstil anzupassen.
Der erste Gedankengang war:
„Ich verwende destilliertes Wasser oder verschneide es mit Leitungswasser.“
Also habe ich ein Tool zur Wasserberechnung angeworfen (ich verwende das von Brewfather, es gibt aber viele weitere – eine kurze Google-Suche hilft euch da weiter, oder fragt mich gerne).
Ich spielte so lange mit dem Anteil an destilliertem Wasser herum, bis brauchbare Werte zum Brauen herauskamen. Nicht selten landete ich dabei bei 20 Litern destilliertem Wasser oder mehr. Das ist schon eine ganze Menge, wenn man bei einer Gesamtwassermenge – je nach Stil – von 25–30 Litern unterwegs ist.
Da ich gerne auch mal spontan braue, stellte sich mir die Frage:
Will ich wirklich immer 20–30 Liter destilliertes Wasser vorrätig haben?
Und will ich das jedes Mal schleppen?

Was ist, wenn der Super- oder Baumarkt gerade nicht genug da hat? Muss ich dann durch ganz Kiel fahren und mir das Zeug zusammensammeln?
Für mich waren das klare Ausschlusskriterien.
Dazu kam noch der Preis.
Machen wir uns nichts vor: Homebrewing ist nur selten günstiger als gekauftes Bier – was ja auch gar nicht Sinn und Zweck der Übung ist.
Stand Dezember 2025 kostet ein Liter Leitungswasser in Kiel ca. 0,2–0,3 Cent (ja, Cent – nicht Euro). Rechnet man die Abwassergebühren von ca. 0,2 Cent dazu, landet man bei unter einem halben Cent pro Liter. Für 30 Liter also etwa 12 Cent.
Destilliertes Wasser hingegen liegt bei gut 40 Cent pro Liter – also beim Drei- bis Vierfachen des Leitungswasserpreises.
Damit war diese Idee schnell ad acta gelegt.
Umkehrosmose? Leider auch nicht ideal
Die weitere Internetrecherche führte mich zur Umkehrosmoseanlage. Wie oben erwähnt kommt hier nahezu destilliertes Wasser heraus – also eigentlich genau das, was ich brauche.
Leider wurden mir recht schnell diverse Nachteile bewusst, die für mich die Vorteile überwogen:
- recht hoher Anschaffungspreis (300 bis über 1.000 €)
- geringer Vorratstank (5–10 Liter), was bedeutet, dass das Befüllen des Kessels sehr lange dauern kann
- laufende Folgekosten für Filter, Membran und Wartung
- und last but not least: Die meisten Anlagen sind für häufige Nutzung am Wasserhahn ausgelegt und benötigen einen gewissen Durchsatz, um leistungsfähig zu bleiben
Die nächste Möglichkeit war das Abkochen des Wassers, um die Härte zu reduzieren. Hier waren mir – auch aufgrund der beengten Platzverhältnisse – der Arbeitsaufwand und der Kosten-Nutzen-Faktor schlicht zu hoch.

Langsam war ich mit meinem Latein am Ende.
Die Lösung: Einfacher als gedacht
Nach unzähligen Stunden Googeln und YouTube-Recherche bin ich schließlich auf ein Video von „Friedies Brauhaus“ gestoßen, das sich mit dem Thema „Einfache Wasseraufbereitung“ beschäftigte.
Ich würde euch das Video gerne hier verlinken, musste aber beim Schreiben dieses Blogs feststellen, dass der Kanal offenbar offline ist und die Homepage auf „privat“ gestellt wurde (Stand Dezember 2026).
Der Vollständigkeit halber – und weil ich mich nicht mit fremden Federn schmücken möchte – hier dennoch der Link zur Website.
Shout-out an „Friedie“ – er hat mich bei diesem Problem gerettet!
Die erlösende und denkbar einfache Methode:
Mit Mischbettharz zur Vollentsalzung, einem Filtergehäuse und einer geeigneten, selbst befüllbaren Kartusche nahezu destilliertes Wasser herstellen – und dieses anschließend gezielt aufsalzen.

Arbeiten mit dem Mischbettharz-Vollentsalzer
Auch hier vorweg: Ich werde in keiner Weise von der Firma AFT, die die von mir verwendeten Artikel vertreibt, gesponsert oder unterstützt.
Ich nutze diese Produkte aufgrund der Empfehlung von „Friedies Brauhaus“ und weil sie für mich das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Außerdem kann ich aus erster Hand sagen, dass der Kundensupport sehr gut ist.
Nach kurzer Recherche und dem Vergleichen der Marktpreise habe ich mir von AFT ein Set zur Vollentsalzung bestellt. Dieses besteht aus:
- Filtergehäuse PRO 10″ x 2,5″, Messinggewinde
- Leerkartusche 10″ x 2,5″ Serie PRO, Acryl (kann zum Gehäuse direkt dazubestellt werden
- Mischbettharz erzeugt VE-Wasser & destilliertes Wasser
Positiv aufgefallen ist mir direkt, dass das Filtergehäuse optional mit Gardena-Anschlüssen geliefert werden kann. Da ich in meiner Küche Brauerei ohnehin mit diesem System arbeite, war das für mich ideal.
Mit sämtlichem Zubehör – Leerkartusche, Filterschlüssel und Wandhalterung – lag das Set bei rund 65 € und ist damit im Vergleich zu anderen Systemen angenehm günstig.
Das Mischbettharz kostet je nach Bestellmenge etwa 7 € pro Kilogramm. In eine Kartusche passen ca. 0,7 kg Harz. Auch sei erwähnt, dass es spezielles, wiederverwertbares Harz gibt. Dieses muss aber unter dem Einsatz von Säuren aufgearbeitet werden, was mir aufgrund der anfallenden Menge und dem günstigen Preis des Harzes zur Einmalverwendung fern liegt.
Wichtig ist dabei zu beachten, dass die Filterleistung nicht unbegrenzt ist und mit zunehmender Gesamthärte (Grüße an das Kieler Leitungswasser 🙃) deutlich abnimmt.
Laut Hersteller kann man bei einer Härte von 15–20 °dH mit etwa 70 Litern VE-Wasser pro Liter Harz rechnen – also gut zwei Sude.
Ich handhabe es allerdings so, dass ich bei nachlassender Filterleistung einfach die Additive beim Aufsalzen anpasse. Auf diese Weise komme ich auf 3–4 Sude à 25–30 Liter aus 0,7 kg Mischbettharz.
Ferner ist es auch wichtig zu verstehen, dass je langsamer das Wasser durch den Filter fließt, mehr Bestandteile gefiltert werden.
Auch hier aus der Praxis: Wasserhahn voll aufdrehen und ein Drosselventil* nach dem Hahn und vor dem Filter einsetzen. So einstellen das das gefilterte Wasser möglichst langsam in den Kessel „plätschert“.
Demnach ist die Verwendung eines solchen Filters eine köstengünstige Alternative zur Umkehrosmoseanlage und praktikabler als Abkochen oder Kanister schleppen.
Jetzt habe ich den Filter und gefiltertes Wasser – wie geht es weiter?
Auch hier hat mir „Friedie“ weitergeholfen, und zwar mithilfe einer Vergleichsrechnung auf Basis der Leitfähigkeit.
Was?
Keine Sorge – ich erkläre es einfach und praktikabel.
Wie wir oben bereits festgestellt haben, ermittelt ein TDS-Gerät* die Gesamtmenge gelöster Feststoffe im Wasser. Gemessen wird dabei die elektrische Leitfähigkeit, angegeben in Mikrosiemens (µS).
Kennt man nun die einzelnen Bestandteile des Wassers – welche wir aus der Wasseranalyse entnehmen – und misst die Leitfähigkeit dieses ungefilterten Wassers, kann man diese mit der Leitfähigkeit desselben Wassers nach der Filterung ins Verhältnis setzen.
In der Theorie bedeutet das:
Die im Wasser enthaltenen Bestandteile müssen sich entsprechend des Unterschieds der Leitfähigkeit zwischen ungefiltertem und gefiltertem Wasser anteilig reduziert haben. Genau diesen Unterschied machen wir uns zunutze, um die Werte nachvollziehbar anzupassen.
Und diese Theorie ist praktikabel zutreffend!
Ähm, was?
Kein Problem, das habe ich mich am Anfang auch gefragt. Ich erkläre es Schritt für Schritt.
Um die Arbeit zu erleichtern, habe ich eine Google-Sheet-Tabelle erstellt, die du hier findest. Bitte lade sie herunter und speichere sie lokal ab – arbeite nicht direkt in der Tabelle! Ursprünglich stammt die Tabelle von „Friedie“. Allerdings war der Link zum Original-Google-Sheet bereits bei meiner Recherche veraltet, weshalb ich die Werte und Formeln mithilfe von Internetrecherchen und einer Chemikerin aus der Nachbarschaft selbst ermitteln musste.

Bis auf die „Leitfähigkeit nachher“ musst du ausschließlich nur in der linken Tabelle arbeiten. Beachte dabei bitte die Kommentare (kleines gelbes Dreieck im jew. Kästchen).
Auf der linken Seite trägst du von „Calcium“ bis einschließlich „Mg-Härte“ die Werte aus der Analyse der Wasserwerke oder wenn vorhanden deines Wasseranschlusses im Haus ein. Im oben gezeigtem Bild sind exemplarisch meine Werte eingegeben.
Jetzt ermittelst du aus dem ungefilterten Wasser den Leitwert.

In meinem Fall waren es 296 µS
Jetzt filterst du das Wasser – je langsamer es fließt, umso mehr wird „rausgefiltert“ – das kann mit unter auch schon mal länger dauern.
Im Anschluss misst du den Leitwert des nun gefilterten Wassers

Von 296 µS auf 22 µS gesunken – das ist schon ein beachtlicher Unterschied. Den nun ermittelten Wert trägst du unten rechts im Google-Sheet unter „Leitfähigkeit nachher“ ein. Die Werte darüber passen sich automatisch an.
Die „Werte nach Filtrierung“ sind nun deine neuen Wasserwerte, welche du in die entsprechenden Tools einpflegen kannst um damit weiter zu arbeiten und entsprechend deiner Wünsche bzw. dem Bierstil wieder aufsalzt.
Wenn du gerade dabei bist, ermittel auch noch den pH Wert des gefilterten Wassers – diesen brauchst du eh um den pH Wert der Maische einzustellen.
In den folgenden Bildern findest du den Vorher – Nachher Vergleich


Es gibt auch noch spezielles Harz, welches den pH Wert erhöht. Da wir für die Maische aber einen pH Wert zwischen 5,2 und 5,5 anstreben, ist das von uns verwendete Harz optimal.
Zusammengefasst ist das eine kostengünstige und einfache Methode sein Wasser aufzubereiten und im Anschluss entsprechend seiner Bedürfnisse aufzusalzen.
Zugegeben, diese Methode ist vielleicht nicht zu 100% korrekt, aber allemal ausreichend für unsere Verwendungszwecke.
Falls euch der Beitrag weitergeholfen hat oder ihr Anmerkungen oder Empfehlungen habt, lasst gerne einen Kommentar da.
Gut Sud – Manuel


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