Maibock für den Mai

Es war mal wieder Zeit für einen neuen Sud. Während der Sommer langsam näher rückt, sehe ich mich vor meinem geistigen Auge schon mit den ersten warmen Sonnenstrahlen an der Förde sitzen: Sonne im Gesicht, Füße hoch, und dazu ein richtig leckeres Bierchen.

Und wenn es ein Bier gibt, das genau in diese Jahreszeit passt, dann ist es ganz klar: ein schöner Maibock.

Also… gesagt – getan.

Basismalz habe ich vorrätig – den Rest bestelle ich immer extra
Schroten – etwas langsam – hier muss mal eine neue Mühle her…

Die Schüttung: simpel, aber mit Plan

Die Schüttung war schnell zusammengestellt. Als Basis dienten 5,1 kg Extra Pale Premium Malz sowie 1,4 kg Münchner Malz. Das Extra Pale sollte dabei vor allem die nötigen Zucker und Dextrine liefern, um am Ende auf die gewünschten 6,8 % vol. Alkohol zu kommen. Das Münchner Malz durfte dann den aromatischen Part übernehmen und dem Ganzen etwas mehr Tiefe geben.

Für mehr Körper kamen zusätzlich noch 200 g helles Karamellmalz dazu. Und damit Farbe und ein leicht malzig-biskuitiges Aroma nicht zu kurz kommen, gab es noch 100 g Melanoidinmalz obendrauf.


Hopfen: Bittere mit Unterstützung

Für die Bittere waren 14 g Magnum bei 60 Minuten vorgesehen. Dazu sollten Mittelfrüh und Ariana später noch etwas Aroma und zusätzliche Bittere beitragen.


Flüssighefe – der erste Versuch

Dieses Mal wollte ich zum ersten Mal eine Flüssighefe verwenden: Wyeast Labs 2124. Damit die Hefe auch ordentlich Power hat, habe ich direkt einen Starter angesetzt.

Einen Tag vor dem Brautag habe ich also das Wasser vorbereitet und den Hefestarter gestartet.

Hefenahrung – Yeastnutriens
Plus 2x50gr DME

Bis jetzt hatte ich ausschließlich mit Trockenhefe gearbeitet. Laut Hersteller soll man bei einer Stammwürze über 16°P eigentlich sogar zwei Packungen verwenden. Da ich aber sowieso schon lange mal einen Hefestarter ausprobieren wollte, habe ich das einfach kombiniert.

Der Starter war schnell gemacht:
100 g DME, ein halber Teelöffel Yeast Nutrients, kurz aufkochen und anschließend ca. 15 Minuten leicht simmern lassen. Danach kam alles in den Erlenmeyerkolben, durfte auf Raumtemperatur abkühlen (wichtig: sauber arbeiten!) und anschließend wurde die gesmackte Hefe zugegeben.

Dann ging das Ganze für etwa einen Tag auf den Magnetrührer* – Magnetstäbchen natürlich vorher desinfiziert.

Im Nachhinein kam mir allerdings der Gedanke, dass bei einem Bock ein etwas größerer Starter vielleicht nicht geschadet hätte. Aber gut – mal sehen, wie sie sich schlägt.


Wasser: wie immer „altbewährt“

Das Brauwasser wurde wie gewohnt nach meiner bewährten Methode vorbereitet: filtern, verschneiden, aufsalzen.

Leitwert vor dem FIltern
und danach
ph Wert vorher
und nachher

Das verwendete Mikrosimens Messgerät* und pH-Tester* findet ihr hinter den Links.


Maischen: Ziel 62°C

Die Einmaischtemperatur habe ich auf 66°C gesetzt, also bewusst etwas höher als das Ziel. Hintergrund: Wenn Schüttung und Raumtemperatur bei ungefähr 20°C liegen, landet man nach dem Einmaischen ziemlich zuverlässig bei etwa 62°C.

Nach rund 10 Minuten Mash-In habe ich den pH-Wert kontrolliert: 5,4. Das ist zwar schon an der oberen Grenze, für mich aber noch okay – zumal ich bereits 9 ml Milchsäure zugegeben hatte.

An der oberen Grenze – aber noch im Rahmen

Jodprobe: einmal bewusst „unverzuckert“

Während der Rast kam mir ein Gedanke: Ich hatte bei einer Jodprobe eigentlich noch nie bewusst unverzuckerte Maische gesehen. Also habe ich das diesmal extra getestet.

Und siehe da: links verfärbt sich die Probe sofort blau-lila – genau so, wie es sein soll, wenn noch Stärke vorhanden ist. Rechts dann die klassische Jodprobe, bei der keine Stärke mehr übrig ist.

Jod* – normal!


Mash-Out und Läutern

Parallel wurde das Nachgusswasser bereits auf 78°C gebracht und ein 5-minütiges Mash-Out angesetzt.

Das Abläutern lief insgesamt problemlos. Nur bei den letzten zwei Litern Nachguss hatte sich der Treber offenbar so stark gesetzt, dass es etwas länger gedauert hat.

Stammwürze: Überraschung vor dem Kochen

Die Stammwürzemessung vor dem Kochen hat mich dann allerdings kurz stutzen lassen: Statt der geplanten 14,7°P standen plötzlich 15,8°P auf dem Refraktometer*.

Warum? Ehrlich gesagt keine Ahnung. Das geplante Kochvolumen von 28 Litern wurde exakt getroffen. Vielleicht war eines der Malze etwas kräftiger – wer weiß.

Aber: Kein Drama. Verdünnen kann man ja immer noch. Und im Zweifel gilt: mehr Bier ist selten ein Problem 😄


Kochen & Whirlpool: Grainfather-Realität

Beim Kochen lief alles nach Plan, und der Hopfen wurde wie vorgesehen zugegeben. Einzig die 20 g Ariana als Whirlpoolgabe sind bei mir immer noch ein kleiner Kampf.

Der Grainfather G30 hat leider keinen Whirlpoolarm, wodurch „richtiges“ Whirlpoolen eher schwierig ist. Ich nutze deshalb die Hopspider, um nicht zu viel Trub in die Würze zu bekommen.

Ganz trubfrei wird es dadurch natürlich trotzdem nicht – daher kommt beim Umfüllen in den Gärtank zusätzlich immer noch ein Feinsieb zum Einsatz. Das holt nochmal ordentlich was raus.


Nach dem Kochen: plötzlich 1 Liter weg?!

Nach dem Kochen dann die nächste Überraschung: Ich hatte 1 Liter zu wenig im Kessel. Wo der hin ist? Keine Ahnung.

Die Stammwürze war dadurch natürlich nochmal höher. Aber zum Glück ließ sich das Ganze ziemlich exakt lösen: Mit genau dem fehlenden Liter Wasser kam ich auf die gewünschte Stammwürze von 16,6°P.

Da ich vor dem Kochen wirklich die geplanten 28 Liter im Kessel hatte, ist mir das Ganze ehrlich gesagt ein Rätsel. Vielleicht muss ich Brewfather nochmal genauer prüfen – wobei ich bei den letzten Suden nie das Problem hatte, dass plötzlich Flüssigkeit fehlt.

Komisch…


Gärung & Abfüllung

Jetzt noch die Hefe dazu, und dann darf das Ganze ganz in Ruhe gemäß Rezept vergären.

Die Karbonisierung soll anschließend in 2×4-Liter Oxbar-Kegs* erfolgen, der Rest wird in Flaschen abgefüllt – muss ja schließlich auch wassertransport-tauglich sein. 😉

Mit etwas längerer Reifung sollte das Ganze Ende April – pünktlich zum Mai – fertig sein.

Dann erweitere ich wieder den Blogbeitrag.

Gut Sud
Manuel

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